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Bischofwerder Boaz
ARTISTBischofswerder Boaz
GERMANEr wurde in Berlin geboren. Er war Rabbiner in der reformierten Synagoge in der Brunnenstraße in Berlin und schrieb einige religiöse Hymnen und Lieder mit Orgel- bzw. Klavierbegleitung (wie es in den reformierten Synagogen üblich war) für den jüdischen Glauben. Wegen der Nürnberger Gesetze musste er 1933 auswandern und flüchtete nach London. Nach dem Ausbruch des zweiten Weltkriegs wurde er von den britischen Behörden interniert, weil er zu einem feindlichen Land gehörte. Er wurde mit anderen 2000 Menschen aus feindlichen Ländern an Bord des Schiffes Dunera eingeschifft und wurde mit einem seiner zwei Söhne, Felix Werder, nach Australien versetzt, wo er in den Lagern von Hay und Tatura (New South Wales) interniert wurde. In Tatura schrieb er viele liturgische jüdische Stücke (meistens Arrangements von Levandowskys Musik) unter denen Mir Adir, En Kelohenu, Sheva B'rochot und ein Phantasia Judaica, das er schon in Dunera für 4 Tenorstimmen geschrieben und in Tatura noch einmal für Geige und Klavier arrangiert hatte. 1944 wurde er befreit und blieb in Australien, wo er vermutlich 1956 starb. 1996 hat das Archive of Australian Judaica von der Universität Sidney einen Band mit Bischofswerders Werken veröffentlicht